Effizientere Kommissionierung durch Multi-Order-Picking (Batch–Kommissionierung)

Jörg Bakker

Jörg Bakker

Multi-Order-Picking (ebenfalls als Batch-Kommissionierung geläufig) wird durch die Bildung eines konsolidierten Kommissionierauftrags, bestehend aus gleichen Produkten unterschiedlicher Einzelaufträge charakterisiert.

Durch diese Form der Kommissionierung wird innerhalb des Logistikzentrums nicht nur der quantitative Gesamtdurchsatz, sondern auch die Kommissionierleistung des Mitarbeiters angehoben.

Generelle Ansätze der Batch-Kommissionierung

Die Kommissionierleistung wird durch eine Auftragsoptimierung sowie dem Ziel einer Maximierung der zu kommissionierenden Aufträge pro Kommissionierer stark verbessert. Eine intelligente Strategie verkürzt die Laufwege der einzelnen Kommissionierer und erhöht die Pickqualität maßgeblich.

Batch – Kommissionierung ist in der intralogistischen Welt ein verbreitetes Thema. Häufig wird dieser wichtige Aspekt aber durch eine einfache Zusammenführung von Aufträgen realisiert.

Intelligente, systemgestützte Konsolidierung

Die Mehrheit der auf dem Markt erhältlichen Standard-Lagerverwaltungssysteme verfügt über die Möglichkeit, die nächsten anstehenden Aufträge in einer gemeinsamen Kommissionier-Tour zu konsolidieren. Die Picks (Kommissionieraufträge) werden hierbei in auftragsbezogenen Ladeeinheiten (Kommissionierwagen, Kommissioniergestell, etc.) gesammelt und können hinterher ohne weitere Aufwendungen Einzelaufträgen zugeordnet werden. Die unterstützende Kommissioniertechnologie spielt in diesem Zusammenhang eine untergeordnete Rolle.

Aber passen die konsolidierten Aufträge wirklich zusammen? Sehr oft wird dies systemseitig nicht verifiziert. Die Aufträge werden stattdessen nach Zieltermin oder sehr häufig nach dem FIFO-Prinzip geklammert. Zudem wird der größte Teil des Optimierungspotentials dieser Methode nicht genutzt.

Durch eine besonders schnelle und durchgeplante Heuristik können die Einzelaufträge zu einem Batch zusammengefasst werden. Neue Einzelaufträge werden systemseitig ständig mit bestehenden Kommissioniertouren abgeglichen sowie die Bildung neuer Touren kontinuierlich neu durchgeführt. Der Kommissionierer bekommt so den aktuell bestmöglichen Auftrag aufgeschaltet oder neue, für den einzelnen Kommissionierer optimierte, Touren werden nach Abschluss einer Kommissioniertour direkt zugewiesen und aufgeschaltet.

Effizienz und Potential durch Multi-Order-Picking

In der Praxis kann ab einer Konsolidierung von drei Aufträgen eine Wegersparnis von 33 %, bei einer Zusammenfassung ab fünf Aufträgen eine Wegersparnis von 70 %, erreicht werden. Besonders wenn eine Vielzahl von kleinen Artikeln gepickt werden muss ist die Effizienzsteigerung deutlich spürbar. Eine noch höhere Durchsatzrate ist erzielbar wenn Einzelaufträge (One Piece per Order) systemseitig direkt in einen Pick & Pack – Prozess einfließen.

Ergänzend ist es sogar möglich, die Cut-Off-Zeiten der angebundenen Speditionen und KEP – Dienstleister zu berücksichtigen und in die Priorisierung einzelner Aufträge einzubeziehen.

In Abhängigkeit zu einer Vielzahl von System-Variablen entsteht durch eine intelligente Planung sowie konsequenten Einführung einer Batch-Strategie enormes Einsparpotential sowie eine erhebliche Durchsatzsteigerung bei überschaubaren Investitionen für ein Unternehmen.

Auch die nachträgliche Einführung einer Batch-Strategie unterliegt in der Regel einer kurzen Amortisationszeit da sofort spürbare Effekte in Form einer Wegstreckenreduktion, einer höheren Kommissionierleistung sowie eines höheren Warendurchsatzes pro Schicht nachweisbar sind.

Im optimalsten Fall kann ein Unternehmen durch Multi-Order-Picking von einer 3-Schicht auf eine 2-Schicht-Strategie wechseln und eine höhere Gesamtperformance bei gleicher oder geringerer Mitarbeiterzahl realisieren.