Logistik 4.0: Chancen für die Logistik

Jörg Bakker

Jörg Bakker

Industrie 4.0 und Digitalisierung in der Fabrik macht keinen Sinn, wenn die logistische Ausrichtung (Logistik 4.0) der produzierenden Unternehmen nicht konsequent mit umgesetzt wird. Dies betrifft zum einen die logistische Zulieferung als auch die intralogistische Produktionsver- und -entsorgung.

Verunsicherung im Management

Neben einem Informationsdefizit oder einer Überfrachtung des Konzepts „Industrie 4.0“ mit allzu großangelegten und hochtrabenden Visionen, ist insbesondere der Mittelstand verunsichert. Es werden in vielen Fällen sogar Unbehagen oder in einigen Fällen Versagensängste hervorrufen.

Zu alledem wirbt inzwischen jedes größere Unternehmen mit der bereits Umgesetzten Form der Industrie 4.0 auf den Plattformen wie „YouTube & Co.“, als wäre Industrie 4.0 (Digitalisierung) bereits seit Jahren Teil ihrer internen Entwicklung und Ausrichtung. In der Tat wird hier in den meisten Fällen, insbesondere in der Automotive-Branche, die bereits vorhandenen Industrie 3.0 (Automatisierung) mit ein wenig Zukunftsmusik und dem Blick auf herkömmliche Industrieroboter als „Industrie 4.0“ verkauft. Des Weiteren gehört eine App, welche zur Visualisierung von Unternehmensdaten, d.h. klassische verschönerte Darstellung einer Datenbankabfrage auf Smartphones oder Tablets, leider ohne weitere Vernetzung und Kommunikationselemente nicht zur Welt der Digitalisierung im Kontext der „Industrie 4.0“.

Tatsächlich ist die eigentliche Botschaft und die damit verbundene Umsetzung der „4. industriellen Revolution“ in den meisten KMU und Konzernen offensichtlich noch nicht angekommen.

Was ist Industrie 4.0?

Digitalisierung bedeutet Vernetzung und autark, völlig autonome Produktion, gemeinsam gesteuert vom Werkstück und der Maschine – nicht vom Menschen. Das individuelle Produkt auf Kundenwunsch ohne individuelle oder seriengereifte Planung des Produktes. Es fertigt sich eigenständig im Rahmen der maschinellen Möglichkeiten – außerhalb einer strukturierten Fließmontage.

Sukzessive Umstellung

Das Konzept „Industrie 4.0“ muss nicht von heute auf morgen vollumfänglich umgesetzt werden, sondern sinnvoll und auf das eigene Unternehmen strategisch zugeschnitten in realisierbaren Teilschritten erfolgen. Auch neben einer Industrie 4.0 – Konzeption gibt es noch diverse konventionelle Möglichkeiten zur messbaren Effizienzsteigerung – Jedoch lässt sich im Falle einer sinnvollen Umstellung in die Digitalisierungswelt, die Produktvielfalt künftig massiv und in der Regel ohne zusätzliche Aufwendungen erhöhen.

Chancen für die Logistik

Ein für Logistikunternehmen realistischer Weg, in die Digitalisierungsstrategie einzusteigen und somit sowohl die Effizienz zu steigern als auch neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, ist auf innovative Partner und Kunden zuzugehen und gemeinsam mit ihnen einzelne Projekte umzusetzen. Dieses kann sich darüber hinaus auch in einer erhöhten Kundenzufriedenheit und -bindung auswirken und sich in der prozentualen Relation zwischen Investition und Gewinn (ROI) auswirken.